Auto in Thailand

Ein Auto muß her – Das Leben als Fußgänger in Thailand ist Scheiße!

Samut Prakan ist vielleicht nicht unbedingt das, was man als landschaftlich reizvillen Urlaubs- oder Wohnort bezeichnen würde. Der Landstrich ist eine dichtbesiedelte Vorstadt von Bangkok. Samut Prakan ist sowas wie ein riesiges gemischtes Wohn- und Gewerbegebiet mit vielen Klongs (Kanälen) und Reisfeldern dazwischen.

Siedlungen aus Ein- und Mehrfamilienhäusern (meistens mit einer Mauer umgeben und einer beschrankten Einfahrt mit Pförtnerhäuschen, wenn es etwas bessere Behausungen sind) wechseln sich ab mit futuristisch wirkenden, nagelneuen und blitzblanken Fabriken zwischen denen sich wiederum für unsere Begriffe chaotisch wirkende Werkstätten, Lagerflächen, Brachland, Reisfelder und hier und da auch mal Schrottplätze oder kleine wilde Müllhalden befinden.

In dieser Umgebung braucht man ein Auto – sonst ist man ziemlich verloren.

 

Auto Thailand

Mit anderen Worten, wenn man in Samut Prakan wohnt, ist ein AUTO sehr nützlich. Denn die öffentlichen Verkehrsmittel in Thailand sind nicht so das gelbe vom Ei, nach Bangkok in die Innenstadt sind es locker 30 Kilometer und um ganz aus der Stadt rauszukommen fährt man auch noch mal wenigstens eine halbe Stunde. Auch die nächsten großen Einkaufsmärkte und die Wohnung von Jibjoyces Eltern ist ohne Auto von hier nur schwer zu erreichen. Bisher haben wir für unsere Besorgungen regelmäßig eines der drei Taxis der Familie mißbraucht – aber diese Touren müssen natürlich mit Jibjoyces Bruder, ihrer Tante oder ihrem Vater abgesprochen werden, weil die Taxis ja zum Erwerb ihres Lebensunterhaltes brauchen und weniger um uns damit durch die Gegend zu chauffieren.

Die Würfel sind gefallen – Gott steh uns allen bei.

Nachdem Jibjoyce mir ewig in den Ohren lag, dass ein Fahrzeug her muss und ich alle bisherigen Vorschläge aus Kostengründen abgelehnt habe, haben wir jetzt ein Angebot, dass ich nicht ablehnen kann. Eine gute Freundin von Jibjoyce will ihr ihren Mazda 2 Elegance verkaufen. Wirklich ein schnittiges Wägelchen. Es handelt sich zwar um einen Unfallwagen, der aber wie es aussieht, fachgerecht auf Kosten der Versicherung repariert worden ist. Ansonsten ist das gute Stück noch fast neu und machte bei einer Probefahrt soweit einen guten EIndruck. Der Haken ist der, das der Wagen noch 5 Jahre abgezahlt werden muß. Da mir die Kiste aber ohnehin nicht gehören wird, sondern das gute Stück natürlich auf Jibkoyce zugelassen wird, habe ich durch die ganze Transaktion zwar keinerlei Besitz erworben, bin aber andererseits auch zu nichts verpflichtet. Sollte Jibjoyce mich verlassen (unwahrscheinlich aber theoretisch ja denkbar) dann ist das weitere Zahlen der Raten nicht mehr mein Problem.

Bei einer ersten Besichtigung mitsamt Probefahrt machte der Mazda einen ausgesprochen guten EIndruck. Obwohl der Wagen recht kompakt ist, bietet er erstaunlich viel Platz – ich kann meine 1,90m und 155kg problemlos in das Auto hinein-  und wieder hinauswuchten. Ein Risiko ist der Kauf eines Autos natürlich immer, aber Jibjoyces Freundin will nur 1.000 EURO für das gute Stück haben. Nun, wir werden sehen. Ich hoffe, dass das Auto sich nicht zu einem Reparatur-Faß ohne Boden entwickelt, aber wir werden sehen. No risk no fun und mehr als schiefgehen lkann es ja nicht.

Wenn das Auto sich bewährt, werden wir ihn vielleicht in einem halben Jahr oder so auf Flüssiggas umrüsten. Dieser Treibstoff ist in Thailand besonders für Taxen und Busse das Mittel der Wahl, wird aber auch von Privatleuten gerne getankt. für etwa 1.300 EURO liesse sich der Umbau des Mazda in ein gasgetriebenes Fahrzeug bewerkstelligen…

Denn leider sind auch in Thailand in den letzten paar Jahren die Lebenshaltungskosten deutlich gestiegen. War der Liter Benzin ca, 2010 noch für etwa 75 Cent zu haben, kostet Benzin jetzt fast 1 EURO. Das ist zwar immer noch deutlich günstiger als in Deutschland, „Spottbillig“ ist aber schon was anderes. Ich muß Jibjoyce unbedingt zu einer benzinsparenden Fahrweise anhalten…

Mit Auto fängt jedenfalls für uns eine neue Ära der Mobilität in Thailand an – endlich mal Ausflüge zu zweit, ohne immer irgendwelche Familienmitgliede rum ein Auto anhauen zu müssen. Wir haben uns einiges vorgenommen.

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Der Mazda auf den Fotos ist zwar nicht unserer, sieht aber haargenau so aus.

Über den Autor Markus

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